Mein Weg zur Selbstliebe

 

 

 

September 2014:

 

Manchmal vergesse ich, dass ich doch Anfang des Jahres etwas gefunden habe, das ich solange suchte, besser: nicht wirklich suchte, auch nicht vermisste, sondern was mir fehlte: die Liebe zu mir selbst.

 

Doch es ist immer noch nicht automatisch, dass ich die Liebe spüre, schon gar nicht ständig-> immer wieder aufs Neue muss ich mir diesen Schatz bewusst herholen = Bewusst-Sein.

 

Durch tiefes Atmen, durch Gefühle der Dankbarkeit und Wertschätzung komme ich zu diesem Glücksgefühl, zu diesem „Annehmen von allem, was IST“, dann öffnet sich mein Herz und ich fühle die Liebe – für alles und vor allem für mich.

 

Bevor ich die Liebe zu mir selbst entdeckte, übte ich mich ein ganzes Jahr lang in Wertschätzung: täglich schrieb ich kleine und große Ereignisse des Vortages auf, für die ich dankbar sein konnte. Anfangs fand ich nicht wirklich viele Ereignisse, die meines Erachtens eines Dankes würdig waren, bis mir aufging, dass es wichtig ist, auch Banales und Alltägliches wertzuschätzen. Als ich all diese „Kleinigkeiten“ bewusst wahrnahm, fühlte ich mich irgendwie reicher. Immerhin waren es täglich ca. 10-20 Dinge oder Ereignisse – so viele und das jeden Tag!

 

Ich lebte tatsächlich in Fülle und da ich das mit der Zeit auch so fühlte, bekam ich immer mehr davon. Langsam schlich sich in mein Denken etwas positives, etwas überstrahlte meinen tristen Alltag und das war dieses konzentrierte Wertschätzen, von dem, was Ist. Allmählich gab es außer Ängste, Zweifel und Sorgen auch noch andere Gedanken – positive. Das war neu und es fühlte sich gut an!!! Nach und nach kam eine Art Milde in mein Denken (das ich später als „Vertrauen ins Leben“ erkannte), die sich langsam in ein Gefühl der Selbstliebe umwandelte und mein Herz mehr und mehr überflutete.

 

Es war das erste Mal seit meiner frühen Kindheit, dass ich ganz ohne Außenimpulse Liebe zu mir selbst empfand. Davor war ich abhängig von Außenreizen wie Verliebtsein, schöne Musik, besondere Landschaft, damit mir das Herz aufging.

 

Übrigens: als Übung eignet es sich ganz gut, Glücksmomente zu sammeln. Genau das durchbrach bei mir die Endlosschleife von negativen Gedanken. Glücksmomente = Momente, die sich positiv anfühlen, die das Herz berühren.

 

Durch tägliches Üben erhöht sich allmählich die Schwingung und das Leben erscheint leichter, heller, schöner.

 

 

 

April 2018:

 

Tja, die Selbstliebe hatte sich damals nicht so ganz verinnerlicht, beim Meditieren spürte ich zwar Liebe, aber eben nur relativ kurze Zeit, denn mehr als 15 Minuten meditiere ich nicht. Ich war im Umgang mit mir vielleicht etwas milder, aber wirkliche umfassende Selbstliebe war das noch nicht. Denn ich ging immer noch hart mit mir zu Gericht, wenn ich einen vermeintlichen Fehler gemacht hatte.

 

 

 

Dezember 2018:

 

Inzwischen weiß ich, dass ich nur dann in Selbstliebe sein kann, wenn ich mit der großen Liebe verbunden bin. Und das bin ich immer häufiger...